Andrea Heyer

2009 habe ich mich in meine erste Yogastunde gewagt – und ich fand es erstmal furchtbar. Das sah bei den übrigen Kursteilnehmern so leicht aus. Und die lächelten fast alle unentwegt, während ich gekämpft habe: mit den Asanas, mit dem Atem und vor allem mit mir selbst und meinen Ansprüchen an mich. Da war für mich nichts mit Lächeln!

Trotzdem fand ich mich in den kommenden Monaten immer wieder zum Yogaunterricht ein, weil ich mich danach ungewohnt leicht und entspannt fühlte. Im Kopf herrschte endlich mal Ruhe, was ich in der Form nicht kannte. Das faszinierte mich. Mit der Zeit wurde mir Yoga immer wichtiger. Auf der einen Seite half mir die Praxis, mich zu beruhigen, wenn es drunter und drüber ging. Und auf der anderen Seite dehnte und kräftigte es meinen Körper. Dies half mir besonders, neben konservativer medizinischer Behandlung, Krankengymnastik und manueller Therapie, nachdem 2015 ein Bandscheibenvorfall bei mir diagnostiziert wurde. Der hatte mich mental durchgerüttelt – auf einmal hatte ich jeden Tag Schmerzen. Das hat mir ziemlich Angst gemacht. Durch die Yogapraxis konzentrierte ich mich mal auf etwas anderes als Angst und Schmerz und konnte mir so eine kleine Auszeit von diesen Emotionen nehmen.

Hatte ich mich vor allem für die Körperübungen des Yoga fasziniert (und ich gebe es zu, vor allem für die spektakulär anzusehenden Asanas wie Kopfstand, Skorpion oder Paradiesvogel), begann ich nun, mich für die Hintergründe zu interessieren: Welche Philosophie steckt dahinter? Wer hat sich das eigentlich alles ausgedacht? Warum wird solcher Wert auf das Atmen gelegt? Wieso Meditation – denkt man da wirklich nix? Wieso empfinde ich manche Stunden als besonders wohltuend?

So entschied ich mich schließlich, eine Yogalehrerausbildung im Vishnus Vibes zu absolvieren.

Hatte ich anfänglich beabsichtigt, vor allem tiefer in die Materie einzutauchen, merkte ich schnell, dass es mir totale Freude bereitet, meine Leidenschaft für Yoga mit anderen zu teilen und – hoffentlich – die positiven Effekte, die ich mit Yoga verbinde, in meinen Stunden für andere erlebbar zu machen. Besonders wichtig ist mir, eine Anleitung für einen genauen Aufbau der Asanas zu geben. Aus diesem Grund habe ich noch eine Zusatzfortbildung „Yoga und Einzelstunden – therapeutisches Yoga“ bei Beate Meyer absolviert.

Zurzeit genieße ich es ganz besonders, Stunden für unterschiedliche Zielgruppen zu gestalten. So unterrichte ich seit längerem die U17 der DEG und vertretungsweise Klassen für Vishnu’s Vibes.

Beate Meyer
Petra Esser
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